Tinnitus und computergestützte EEG-Analyse


Bei der computergestützten EEG-Analyse handelt es sich um ein Verfahren, mit dessen Hilfe Hirnfunktionen erstmals quantitativ beschrieben und ausgewertet werden können. Gegenüber dem normalen EEG erlaubt diese EEG-Analyse die Darstellung der Hintergrundaktivität, welche mit der konventionellen Methode bisher nicht erfassbar ist. Die Daten lassen sich numerisch und topographisch sowie als sogenanntes brain electric activity mapping darstellen. Man sieht auf den Bildern dabei eine farbige Darstellung der Hirnaktivität in den unterschied-lichsten Regionen des Kopfes unter verschiedenen Bedingungen.

Diese Untersuchung dauert ca. 1½ Stunden. Je nach Indikation und Testumfang werden bis zu 25 Megabit Daten aufgenommen (zum Vergleich: 1 Megabit entspricht ca. 400 DIN A4 vollbeschriebenen Schreibmaschinenseiten), woraus sich für die mathematische Analyse ein zusätzlicher Zeitbedarf von 2-4 Stunden ergibt.

Die in den üblichen EEG-Darstellungen verborgen gebliebenen Parameter werden quantitativ und qualitativ exakt erfasst, ausgewertet und können bestimmten physiologischen oder pathologischen Zuständen zugeordnet werden.

In Zusammenarbeit mit dem Martha Entenman–Tinnitusforschungszentrum der State University von New York sowie der Abteilung für Gleichgewichtsuntersuchungen der HNO-Klinik der Universität Würzburg und dem G-4 Forschungszentrum in Bad Kissingen sowie der 3. HNO-Klinik der Karls Universität in Prag gelang es Dr. Weiler von Neuronet und Dr. Brill für Tinnitus typische Areale in der Hirnaktivität festzustellen. Die im quantitativen EEG gewonnenen Ergebnisse wurden mittlerweile durch Spect-Untersuchungen an der State University New York von Prof. A. Shulman bestätigt. Beim Spect handelt es sich um kernspintomographische Untersuchungen in Verbindung mit radioaktiv markierten Substanzen, welche die Stoffwechselaktivität des Gehirns zeigen.

Bisher nur von Betroffenen wahrnehmbare Ohrgeräusche können so objektivierbar nachgewiesen werden können, ähnlich wie sich ein Herzinfarkt im EKG zeigt.

Weiter unten unter EEG-Bilder sehen Sie für Tinnitus typische Landkarten der Hirnoberfläche.

Mit Hilfe dieser Untersuchung ist es nicht nur möglich, Tinnitus nachzuweisen, sondern auch die Wirkung verschiedener therapeutische Verfahren, wie z. B. den Einsatz des Rauschgenerators oder die Auswirkung von Wirbelsäulenbehandlungen auf die Hirnaktivität und somit den Tinnitus zu überprüfen.

Ein quantitatives EEG mit exakter Lokalisation der durch den Tinnitus bedingten Hirnstromänderungen ist absolute Voraussetzung für ein erfolgreiches Neurofeedback.

Sie sehen hier eine der typischen EEG – Landkarten für Tinnitus beidseits:

Augen offen:




Augen geschlossen:




Dr. Klaus Brill


Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.neuronet.de